+43 (512) 21440 office@tsd.gv.at

Tiroler Soziale Dienste

Willkommen bei den Sozialen Diensten Tirols.
Unsere Internetpräsenz ist gerade am Entstehen und wird in
absehbarer Zeit, für Sie im vollem Umfang zur Verfügung stehen.
Wir bitten noch um etwas Geduld!

JETZT ENTDECKEN

Unsere Leistungen im Überblick

Grundversorgung

Sicherstellung der Grundversorgung für alle in Tirol aufhältigen AsylwerberInnen (Betreuung, Unterbringung, Verpflegung, medizinische Versorgung, Organisation des Schulbesuches).

Organisation

Organisation und Führung der Tiroler AsylwerberInnenheime gliedert sich in die Bereiche West/Mitte/Ost. Gemeinsam mit den RegionalleiterInnen werden die Bereiche durch HeimleiterInnen und BetreuerInnen professionell administriert.

Qualifizierung

Deutsch als Fremdsprache Kurse von Alphabetisierung bis B2 sowie Schul-, Universitäts- und Berufsvorbereitungskurse (Lehre, Pflichtschulabschluss, Nostrifizierung und Berufseinstiege)

Beratung

Information, Beratung und soziale Betreuung aller AsylwerberInnen in gesundheitlichen, rechtlichen, familiären und finanziellen Fragen und Anliegen während des Asylverfahrens

Bedürftigen Menschen zu helfen, war noch nie so einfach.

0800 080 777

Unter der kostenlosen Spendenhotline 0800 080 777 werden Spenden und ehrenamtliche Tätigkeiten vermittelt sowie Immobilienangebote entgegengenommen.

Spendenkonto

Tiroler Soziale Dienste – Flüchtlingshilfe IBAN: AT33 5700 0000 0020 0700 BIC: HYPTAT22

Gebührenfreie Hotline

Aus diesem Grund wurde vonseiten der TSD nun eine Hotline ins Leben gerufen, welche ab morgen, Montag, die Sachspenden an die richtigen Empfänger kanalisiert. Tirolerinnen und Tiroler, die einen Beitrag leisten möchten, können von Montag bis Freitag zwischen 8 und 18 Uhr bei der gebührenfreien Telefonnummer 0800 080 777 anrufen. Dort erfahren sie, was akut benötigt wird und wo bzw. wann eine Sachspende abgegeben werden kann.

Auch Ehrenamtliche können sich melden

Auch jene Menschen, die sich ehrenamtlich mit ihrer Zeit und ihrem Können zugunsten der Flüchtlinge engagieren möchten, bekommen bei der Hotline Auskunft, wo sie gerade dringend gebraucht werden. Des Weiteren werden auch Immobilienangebote von der Spendenhotline entgegengenommen. Herzlichen Dank an SpenderInnen und Ehrenamtliche. Bisher wurden die Tirolerinnen und Tiroler, die mit Sachspenden oder ehrenamtlicher Tätigkeit den Flüchtlingen und Asylsuchenden helfen wollten, an die Flüchtlingsheime in ihrer jeweiligen Region verwiesen. Manchmal waren die MitarbeiterInnen in den Quartieren nicht für die SpenderInnen erreichbar, da sie mit der direkten Betreuung der BewohnerInnen beschäftigt waren. „Diese Informationslücke ist mit der Einrichtung der Spendenhotline nun geschlossen“, betonen LH Platter und LRin Baur und bedanken sich abschließend herzlich bei allen Tirolerinnen und Tirolern, die mit Sachspenden oder ehrenamtlicher Tätigkeit den Flüchtlingen unter die Arme greifen.

„Viele Tirolerinnen und Tiroler sind betroffen vom Schicksal der Flüchtlinge. Sie sehen die Bilder der durchreisenden Menschen auf der Flucht und wollen spontan dazu beitragen, dass ihre Situation erträglicher wird“, ortet Landeshauptmann Günther Platter eine große Solidarität in der Tiroler Bevölkerung. „Die große Hilfsbereitschaft in unserem Land, der Einsatz für Menschen in einer Notlage, beeindruckt mich immer wieder neu.“

Dieses Mitgefühl und die damit verbundene Spendenfreudigkeit hat in den letzten Wochen dazu geführt, dass die Tiroler Soziale Dienste GmbH (TSD) mit ihren Flüchtlingseinrichtungen, aber auch Vereine wie zum Beispiel der Verein für Obdachlose Sachspenden in großen Mengen entgegennehmen konnten. „Ich freue mich sehr über die Hilfsbereitschaft der Tiroler Bürgerinnen und Bürger. Jede Spende ist sehr willkommen. Umso wichtiger ist es, dass ihre Spende auch an der richtigen Stelle ankommt“, betont Soziallandesrätin Christine Baur.

So können Sie uns erreichen.

Adresse:

Tiroler Soziale Dienste GmbH
Sterzinger Straße 1
6020 Innsbruck

Telefon:

Inland: 0512 21440
Ausland: +43 512 21440

Internet:

office@tsd.gv.at
www.tsd.gv.at

Jobbörse der Sozialen Dienste

Hier finden Sie derzeit offene Stellen der Sozialen Dienste Tirol.

JETZT BEWERBEN

Assistenz KlientInnen-
management (m/w) Vollzeit

Stellenbeschreibung (PDF)

Assistenz Facility
DisponentIn (m/w) Vollzeit

Stellenbeschreibung (PDF)

Facility Disponent mit bau-
technischer Ausbildung (m/w)

Stellenbeschreibung (PDF)

FlüchtlingsbetreuerIn
(m/w) Vollzeit/Teilzeit

Stellenbeschreibung (PDF)

Koordination UMF
Einrichtungen (m/w) Vollzeit

Stellenbeschreibung (PDF)

Pädagogin für Gastronomie-
und Ernährungslehre (m/w)

Stellenbeschreibung (PDF)

PersonalverrechnerIn
(m/w) Vollzeit/Teilzeit

Stellenbeschreibung (PDF)

SekräterIn
(m/w) Vollzeit/Teilzeit

Stellenbeschreibung (PDF)

Sportstudent*Innen
Volontariat (m/w)

Stellenbeschreibung (PDF)

Flüchtlingsbetreuer
(m/w) Vollzeit/Teilzeit

Stellenbeschreibung (PDF)

Tiroler Soziale Dienste und Bereich Flüchtlingskoordination

Der Tiroler Soziale Dienste gemeinnützige GesmbH obliegen folgende Aufgaben:

R

Grundversorgung

Sicherstellung der Grundversorgung

R

Organisation

Organisation und Führung von Flüchtlingsheimen.

R

Qualifizierung

Projekte zur Sprach- und Berufsqualifizierung.

Organisatorische Neustrukturierung im Flüchtlingswesen

In seiner Funktion wird Geschäftsführer Dipl.soz.Päd. (FH) Harald Bachmeier die organisatorische Neustrukturierung in der Flüchtlingskoordination federführend übernehmen. Bereits als Geschäftsführer der Bezirksstelle  Kufstein des Österreichischen Roten Kreuzes bewies Bachmeier seine wirtschaftlichen und organisatorischen Kompetenzen. Darüber hinaus kann er auf ein Netzwerk an Systempartnern zurückgreifen, die auch im Bereich der Flüchtlingsbetreuung eine wichtige Rolle spielen. Bachmeier: „Im Mittelpunkt meiner Arbeit stehen vor allem die Betroffenen selbst. Ich werde alle meine Kraft dafür verwenden, dass wir Asylwerberinnen und Asylwerbern eine menschenwürdige Unterbringung in unserem Land garantieren. Dabei ist es besonders wichtig, gelebte Integration umzusetzen.“

Über die Soziale Dienste GmbH

Die Organisation der Flüchtlingsbetreuung durch eine zu 100 Prozent landeseigene Gesellschaft bringt viele Vorteile mit sich. Mit der Sozialen Dienste GmbH werden Zuständigkeiten geklärt, Aufgabengebiete geschärft und eine klare Personalstruktur eingeführt. Die neue Gesellschaft für die Flüchtlingsbetreuung  wird sowohl die MitarbeiterInnen im Flüchtlingswesen – von der Heimleitung bis zum Handwerker im Flüchtlingsheim – anstellen, aber auch einheitliche Standards in Betreuung, Verpflegung und Unterkunft umsetzen. Vor allem könne aber schneller auf die sich ständig ändernde Flüchtlingssituation reagiert werden, was vor allem den betroffenen Menschen zugute kommt, sind sich LRin Zoller-Frischauf und LRin Baur einig.

Leitfaden für Asylrechte & -pflichten

Hier finden Sie eine Zusammenfassung der wichtigsten Asylrechte, -pflichten und Asylgesetze.

Was ist?

Was ist ein Asylwerber?

Als Asylwerber gilt ein Fremder ab Einbringung eines Antrags auf internationalen Schutz bis zum rechtskräftigen Abschluss, zur Einstellung oder Gegenstandslosigkeit des Verfahrens.

Was ist ein Asylwerber im Zulassungsverfahren?

Ein Asylwerber, der einen Asylantrag eingebracht hat, über dessen Zulässigkeit noch nicht entschieden und dessen Verfahren nicht gemäß § 24 des Asylgesetzes eingestellt wurde.

Was ist ein Antrag auf internationalen Schutz?

Das – auf welche Weise auch immer artikulierte – Ersuchen eines Fremden in Österreich, sich dem Schutz Österreichs unterstellen zu dürfen; Der Antrag gilt als Antrag auf Zuerkennung des Status des Asylberechtigten und bei Nichtzuerkennung des Status des Asylberechtigten als Antrag auf Zuerkennung des Status des subsidiär Schutzberechtigten.

Was ist der Status des Asylberechtigten?

Das dauernde Einreise- und Aufenthaltsrecht, das Österreich Fremden nach den Bestimmungen des Asylgesetzes gewährt.

Was ist der Status des subsidiär Schutzberechtigten?

Das vorübergehende, verlängerbare Einreise- und Aufenthaltsrecht, das Österreich Fremden nach den Bestimmungen des Asylgesetzes gewährt.

Was ist ein Fremder?

Wer die österreichische Staatsbürgerschaft nicht besitzt.

Was ist ein Drittstaatsangehöriger?

Ein Fremder, der nicht EWR-Bürger oder Schweizer Bürger ist.

Was ist Drittstaatsicherheit?

Schutz im sicheren Drittstaat besteht, wenn einem Drittstaatsangehörigen in einem Staat, in dem er nicht gemäß § 8 Abs. 1 Asylgesetz bedroht ist, ein Verfahren zur Einräumung der Rechtsstellung eines Flüchtlings nach der Genfer Flüchtlingskonvention offen steht oder über einen sonstigen Drittstaat gesichert ist (Asylverfahren), er während dieses Verfahrens in diesem Staat zum Aufenthalt berechtigt ist und er dort Schutz vor Abschiebung in den Herkunftsstaat hat, sofern er in diesem gemäß § 8 Abs. 1 AsylG bedroht ist. Dasselbe gilt bei gleichem Schutz vor Zurückweisung, Zurückschiebung oder Abschiebung für Staaten, die in einem Verfahren zur Einräumung der Rechtsstellung eines Flüchtlings nach der Genfer Flüchtlingskonvention bereits eine Entscheidung getroffen haben.

Was ist eine Bedrohung nach § 8 Abs 1 Asylgesetz?

Eine ernsthafte Bedrohung des Lebens oder der Unversehrtheit infolge willkürlicher Gewalt im Rahmen eines internationalen oder innerstaatlichen Konfliktes

Welche gesetzlichen Bestimmungen gelten?

Genfer Flüchtlingskonvention

Konvention über die Rechtsstellung der Flüchtlinge vom 28. Juli 1951, BGBl. Nr. 55/1955

Europäische Konvention zum Schutze von Menschenrechten und Grundfreiheiten (EMRK)

Konvention vom 4.11.1950

Dublin III-Verordnung

Die Verordnung (EU) Nr. 604/2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist.

Aufenthaltsrichtlinie

Die Richtlinie (EU) Nr. 33/2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen, die internationalen Schutz beantragen.

Asylgesetz (AsylG)

Bundesgesetz über die Gewährung von Asyl.

Grundversorgungsvereinbarung

Die Vereinbarung zwischen dem Bund und den Ländern gemäß Art. 15a B-VG über gemeinsame Maßnahmen zur vorübergehenden Grundversorgung für hilfs- und schutzbedürftige Fremde (Asylwerber, Asylberechtigte, Vertriebene und andere aus rechtlichen oder faktischen Gründen nicht abschiebbare Menschen) in Österreich.

Grundversorgungsgesetz Bund

Bundesgesetz, mit dem die Grundversorgung von Asylwerbern im Zulassungsverfahren und bestimmten anderen Fremden geregelt wird.

Tiroler Grundversorgungsgesetz

Gesetz vom 15. Dezember 2005, mit dem das Tiroler Grundversorgungsgesetz erlassen wird.

Ausländerbeschäftigungsgesetz (AuslBG)

Bundesgesetz vom 20. März 1975, mit dem die Beschäftigung von Ausländern geregelt wird.

Wie funktioniert ein Asylverfahren?

Wie ist der Gang eines Asylverfahrens?

Zunächst muss der Asyl suchende Fremde gegenüber einem Sicherheitsorgan oder einer Sicherheitsbehörde zu erkennen geben, er suche internationalen Schutz (§ 17 AsylG). Ein dahingehendes wie auch immer artikuliertes Ersuchen gilt als Stellung des Asylantrags. In weiterer Folge wird der Fremde zunächst erkennungsdienstlich behandelt und eine erste Befragung durchgeführt. Das BFA (Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl) fordert den Antragsteller für den Fall, dass der Aufenthalt in Österreich berechtigt ist, auf, sich binnen 14 Tagen bei einer Erstaufnahmestelle oder Regionaldirektion zu melden. Durch diese Anordnung ist der Asylantrag offiziell eingebracht. Solange über den Asylantrag nicht entschieden wurde, ist der Asylwerber vor Abschiebung bewahrt. Der Asylwerber erhält dadurch noch kein Aufenthaltsrecht, sondern wird im Gebiet der Bezirksverwaltungsbehörde, in welcher er versorgt wird, geduldet.1
An die Einbringung des Asylantrages schließt das Zulassungsverfahren (§ 28 ff AsylG). In diesem Verfahren, in welchem grundsätzlich innerhalb von 20 Tagen über die Zulassung zu entscheiden ist, wird die Zuständigkeit Österreichs geklärt. Die Zuständigkeit Österreichs richtet sich nach der „Dublin III – Verordnung“, welche den Grundsatz hat, dass im Allgemeinen jener Mitgliedstaat der EU für das Asylverfahren zuständig ist, der die Einreise des Asylwerbers in die EU veranlasst oder nicht verhindert hat.2 Eine Unzuständigkeit Österreichs liegt ferner vor, wenn eine Drittstaatsicherheit besteht (§ 4 AsylG).
Spätestens im Zulassungsverfahren oder bereits nach Antragstellung hat eine erste Befragung durch Organe des öffentlichen Sicherheitsdienstes stattzufinden (§ 19 AsylG), dies innerhalb von 48, längstens jedoch 72 Stunden. Diese Befragung dient insbesondere der Ermittlung der Identität und der Reiseroute des Fremden und hat sich nicht auf die näheren Fluchtgründe zu beziehen. Im Zulassungsverfahren wird entweder der Asylwerber zum weiteren Verfahren zugelassen und eine Aufenthaltsberechtigungskarte ausgehändigt, dem Asylantrag gleich stattgegeben, dem Asylwerber mitgeteilt, die Einräumung von subsidiärem Schutz sei beabsichtigt bzw. die Zurückweisung des Antrags sei intendiert, oder der Asylantrag inhaltlich abgewiesen. Im zugelassenen Verfahren findet eine weitere Einvernahme durch das Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl statt.3
Sobald der Sachverhalt ausreichend geklärt und die Sache zur Entscheidung reif ist, wird über den Antrag auf internationalen Schutz in Bescheidform entschieden.

Wie kann die Entscheidung über den Asylantrag lauten?

Asylgewährung

Wird festgestellt, dass der Asylwerber im Sinne der Genfer Flüchtlingskonvention verfolgt wird und liegen keine Gründe vor, die die Gewährung von Asyl ausschließen oder beenden würden, ist ihm der Status des Asylberechtigten zuzuerkennen.

Zurückweisung des Asylantrages

Zunächst kann eine Asylentscheidung dahingehend lauten, dass der Antrag wegen Zuständigkeit eines anderen Mitgliedstaates, Drittstaatsicherheit oder bereits entschiedener Sache als unzulässig zurückgewiesen wird. Wird der Antrag nicht zurückgewiesen, wird über ihn inhaltlich befunden. Das Verfahren kann mit zwei Entscheidungen enden.

Abweisung des Asylantrages

Wird der Antrag abgelehnt, muss geprüft werden, ob eine Abschiebung überhaupt zulässig ist. Eine Abschiebung in den Herkunftsstaat ist dann unzulässig, wenn sie eine reale Gefahr einer Verletzung von Art. 2 EMRK (Recht auf Leben), Art. 3 EMRK (Verbot der Folter) oder der Protokolle Nr. 6 oder Nr. 13 (Abschaffung der Todesstrafe) zur Konvention bedeuten würde oder für ihn als Zivilperson eine ernsthafte Bedrohung des Lebens oder der Unversehrtheit infolge willkürlicher Gewalt im Rahmen eines internationalen oder innerstaatlichen Konfliktes mit sich bringen würde. Besteht dieser sogenannte Non-Refoulement-Schutz, wird dem Asylwerber der Status des subsidiär Schutzberechtigten zuerkannt. Soll der Asylwerber weder Asyl noch subsidiären Schutz erhalten, muss geprüft werden, ob eine Rückkehrentscheidung getroffen werden kann, welche allenfalls zur Abschiebung führt. Unzulässig kann eine Rückkehrentscheidung dann sein, wenn der Fremde aus einem anderen Grund zum Aufenthalt berechtigt ist oder die Rückkehrentscheidung das Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens im Sinne des Art 8 EMRK verletzt werden würde.

Einstellung des Verfahrens und Erklärung des Asylantrages für gegenstandslos

Eine Einstellung des Verfahrens (§ 24 AsylG) erfolgt dann, wenn sich der Asylwerber dem Verfahren entzieht, wenn sein Aufenthaltsort unbekannt ist, bei Nicht-Erscheinen beim Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl oder freiwilligem Verlassen von Österreich. Ein Asylantrag ist gegenstandslos, wenn er als Folgeantrag innerhalb von zwei Tagen vor einem Abschiebetermin gestellt wird, kein faktischer Abschiebeschutz besteht, sich der Antragsteller nicht mehr in Österreich befindet oder der Antrag unzulässiger Weise schriftlich gestellt wurde (§ 25 AsylG).

Rechte und Pflichten für Asylwerber

Welche Pflichten haben Asylwerber?

Im Asylverfahren besteht eine Mitwirkungspflicht (§ 15 AsylG), wonach Asylwerber insbesondere ihren Antrag ohne unnötigen Aufschub zu begründen und wahrheitsgemäß auszusagen haben. Bei Verfahrenshandlungen besteht eine Pflicht zum Mitwirken. Wichtige Anhaltspunkte, über welche informiert werden muss, sind insbesondere der vollständige Name, das Geburtsdatum, die Staatsangehörigkeit bzw. der Herkunftsstaat, der Reiseweg, frühere Asylanträge, Begründung des Asylantrages sowie über alles für den Antrag Relevante, soweit der Asylwerber dazu vom Bundesamt oder Bundesverwaltungsgericht ausdrücklich befragt wird.

Welche Rechte haben Asylwerber?

Aufenthaltsrecht nach Zulassung des Verfahrens
Erst nachdem das Asylverfahren zugelassen wurde, wird dem Asylwerber eine Aufenthaltsberechtigungskarte ausgestellt, welche im Allgemeinen solange gültig ist, bis das Asylverfahren rechtskräftig beendet wurde.

Grundversorgung
Asylwerber bekommen zudem Grundversorgungsleistungen nach dem Tiroler Grundversorgungsgesetz (§ 5), welche die folgenden Punkte umfassen können.

  • Unterbringung in geeigneten Unterkünften (in organsierten Unterkünften oder durch individuelle Unterbringung),
  • Versorgung mit angemessener Verpflegung (EUR 200,– mtl. als erwachsene alleinstehende Person; EUR 160,– mtl. als erwachsene Person im Familienverband, EUR 90,– pro Kind im Familienverband; EUR 190,– als unbegleiteter Minderjähriger)
  • Taschengeld (EUR 40,– mtl.; nicht für individuell Untergebrachte),
  • Krankenversicherung,
  • Gewährung von notwendigen, durch die Krankenversicherung nicht abgedeckten Leistungen, psychologischer Betreuung, Rehabilitationsmaßnahmen sowie qualifizierter Beratungsleistung für traumatisierte Minderjährige im Einzelfall,
  • Maßnahmen für pflegebedürftige Personen,
  • Information, Beratung und soziale Betreuung durch geeignetes Personal unter Einbeziehung von Dolmetschern zu deren Orientierung in Österreich und zur freiwilligen Rückkehr,
  • Transportkosten,
  • Fahrtkosten für Schulbesuch und Schulbedarf (EUR 200,– jährlich),
  • Maßnahmen zur Strukturierung des Tagesablaufs im Bedarfsfall,
  • Gewährung der notwendigen Bekleidung (EUR 150,– jährlich),
  • Kosten eines ortsüblichen Begräbnisses oder eines Rückführungsbetrages in derselben Höhe,
  • Rückkehrberatung, Reisekosten und einmalige Überbrückungshilfe bei freiwilliger Rückkehr ins Herkunftsland in besonderen Fällen.

Ein Rechtsanspruch besteht nur auf die ersten vier Punkte sowie auf Maßnahmen zur Strukturierung des Tagesablaufs im Bedarfsfall. Die Grundversorgung kann eingeschränkt oder eingestellt werden (§ 5 Abs. 3 Tiroler Grundversorgungsgesetz), wenn der Fremde

  • die Aufrechterhaltung der Ordnung in einer Unterkunft durch sein Verhalten fortgesetzt und nachhaltig gefährdet,
  • sich grob gewalttätig verhält,
  • nach § 38a des Sicherheitspolizeigesetzes weggewiesen wird oder
  • wegen eines besonders schweren Verbrechens rechtskräftig verurteilt wurde und er wegen dieses strafbaren Verhaltens eine Gefahr für die Gemeinschaft bedeutet.

Von der Grundversorgung können ausgeschlossen werden (§ 6 Tiroler Grundversorgungsgesetz)

  • Fremde, die trotz Aufforderung nicht an der Feststellung ihrer Identität oder, falls erforderlich, ihrer Notlage mitwirken,
  • Asylwerber, die ohne Änderung der Sach- oder Rechtslage innerhalb von sechs Monaten nach dem rechtskräftigen Abschluss ihres früheren Asylverfahrens einen weiteren Asylantrag eingebracht haben, und
  • Asylwerber, die nicht an der Feststellung des notwendigen Sachverhalts für die Führung des Asylverfahrens mitwirken.

Rechtsmittel für Asylwerber

Welche Rechtsmittel stehen dem Asylwerber zu?

Hat das Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl den Asylantrag zurück- oder abgewiesen, kann der Asylwerber Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht erheben. Rechtsmittelfristen sind im Allgemeinen zwei Wochen bei abweisenden Bescheiden und eine Woche bei zurückweisenden Bescheiden.

Werden Asylwerber rechtlich beraten?

Im Zulassungsverfahren haben Asylwerber Anspruch auf Rechtsberatung (§ 49 BFA-VG). Dies bedeutet, dass Rechtsberatung vor jeder Einvernahme gewährt werden muss. Im zugelassenen Verfahren hingegen besteht kein solcher Rechtsanspruch. Rechtsberatung wird nach Maßgabe der faktischen Möglichkeiten gewährt. Ein Anspruch entsteht erst wieder, wenn eine Beschwerde gegen die Entscheidung über den Antrag auf internationalen Schutz eingebracht wird. Unabhängig vom Verfahrensstand haben Festgenommene nach §§ 34 Abs. 3 Z 1 iVm 40 Abs. 1 Z 1 BFA-VG Anspruch auf Rechtsberatung (§ 51-BFA-VG).

Arbeit

Beschäftigungsbewilligung

In den ersten drei Monaten nach Antragstellung dürfen Asylwerber keiner Beschäftigung nachgehen (§ 7 Grundversorgungsgesetz Bund). Nach diesem Zeitraum ist für eine unselbständige Beschäftigung des Asylwerbers eine Beschäftigungsbewilligung von Nöten (§ 3 ff AuslBG). Die Erteilung einer Beschäftigungsbewilligung ist für die Bereiche der Land- und Forstwirtschaft sowie des Winter- und Sommertourismus möglich. Nach den ersten drei Monaten nach Antragstellung kommt des Weiteren eine selbstständige Beschäftigung in Frage, sofern hiefür die gesetzlichen Voraussetzungen vorliegen.
Schließlich ist es für Asylwerber (ohne Beschäftigungsbewilligung) erlaubt, Hilfstätigkeiten, die im unmittelbaren Zusammenhang mit ihrer Unterbringung in Flüchtlingsquartieren stehen (zB. Reinigung, Küchenbetrieb, Transporte, Instandhaltung), zu verrichten sowie gemeinnützigen Hilfstätigkeiten für Bund, Land, Gemeinde (zB Landschaftspflege und –gestaltung, Betreuung von Park- und Sportanlagen, Unterstützung in der Administration) nachzugehen. Für Hilfstätigkeiten gebührt ein Anerkennungsbeitrag (§ 7 Grundversorgungsgesetz Bund).

Helfen Sie uns, Flüchtlingen eine Zukunft zu schenken!

 

0800 080 777

Unter der kostenlosen Spendenhotline 0800 080 777 werden Spenden und ehrenamtliche Tätigkeiten vermittelt sowie Immobilienangebote entgegengenommen.