Deutsch lernen

Das Zusammenleben und die Integration von Personen mit und ohne Migrationshintergrund sind zentrale gesellschaftspolitische Themen, die alle Lebensbereiche betreffen. Wesentliche Elemente einer erfolgreichen Integration sind eine effektive Kommunikation und somit das Erlernen der deutschen Sprache. Dadurch wird die Voraussetzung für eine gemeinsame Entwicklung unserer Gesellschaft geschaffen.

2019 wurden von den TSD tirolweit 112 Deutschkurse mit insgesamt 1.441 Kursplätzen angeboten. Das Kursangebot reicht von Sprachkursen auf den Niveaustufen Alpha, A1, A2, B1 und B2 über spezielle Kurse zur Vermittlung von Werte- und Orientierungswissen bis hin zu Kursen, in denen gezielt der Wortschatz für bestimmte Berufsfelder erworben wird. Der erste derartige Spezialkurs im Bereich „Pflege“ konnte 2019 in Zusammenarbeit mit dem Wohnheim Pradl erfolgreich umgesetzt werden. Neben den Kursen für Asylwerber*innen in der Grundversorgung fanden auch 4 Startpaket-Kurse des Österreichischen Integrationsfonds in Lienz, Reutte und Telfs für Asyl- und subsidiär Schutzberechtigte statt.

Kurse 112
Kursplätze insgesamt 1.441
Plätze bei Probe- und ÖIF-Integrationsprüfungen 578

 

Die Auslastung der Kurse liegt insgesamt bei 87 Prozent; rund 60 Prozent der Teilnehmer*innen bestehen die Prüfungen.

Die Abhaltung der Deutschkurse erfolgt in Kooperation mit Ibis Acam (https://www.ibisacam.at/).

 

Tirol bei Deutschkursen bundesweit auf Platz 1

Im Bundesländervergleich über den Zugang zu Deutschkursen für Asylsuchende belegt Tirol nach einer Recherche von SOS Mitmensch 2019 erneut den ersten Platz: „Tirol hat wie auch schon 2016 im vorliegenden Gesamtranking den ersten Platz erreicht und zeigt bei allen fünf Kriterien [Masterplan, Abdeckungsrate, Kursintensität, Kursniveaus, Rahmenbedingungen] kontinuierlich ein gutes Angebot. Zwar ist auffällig, dass das vorliegende Zahlenmaterial darauf hindeutet, dass ein geringerer Anteil an Asylsuchenden effektiven Zugang zu den Deutschkursen hat, gleichzeitig hat sich jedoch die Intensität des Angebots verbessert. Von den Kursniveaus ist man mit Alphabetisierung bis B2 im Vergleich zu den anderen Bundesländern gut aufgestellt. Kinderbetreuung wird fallweise angeboten, die Anfahrtskosten werden, wenn notwendig, übernommen.“

Die gesamte Studie kann hier nachgelesen werden:

https://www.sosmitmensch.at/deutliche-verschlechterung-bei-deutschkursen-fuer-asylsuchende

 

Beratung und Begleitung für Asylwerber*innen, Asylberechtigte und subsidiär Schutzberechtigte

Die Personen, die als Flüchtlinge nach Österreich kommen, sind meist aus anderen Kulturkreisen und nicht mit unseren Systemen vertraut. Somit haben sie oft keine oder zu wenig Informationen über Möglichkeiten und Angebote, die ihnen zustehen. Sie müssen sich zunächst in der neuen Struktur zurechtfinden. Die Weitergabe aller notwendigen Informationen zum frühestmöglichen Zeitpunkt ist daher entscheidend für den Integrationsprozess. Hierfür müssen entsprechende Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit eine kulturelle und soziale Integration gelingen kann.

Unter dem Namen „Tiroler IntegrationsKompass“ (TIK) bieten die TSD jenen Menschen, die in Tirol auf den Abschluss ihres Asylverfahrens warten, eine solide Basis für zukünftige Beschäftigung.

8 Berater*innen und Trainer*innen sind in allen Bezirken Tirols vertreten.

Die Leistungen des TIK im Überblick:

Ausführung

Output 2019

Abgeschlossen Beratungen/Coachings

(inklusive Perspektivenpläne und Lebenslaufcoaching)

600

Formalisierte Beratungskontakte mit Klient*innen

5.250

Geleistete Beratungseinheiten

4.375 h

Kompetenzcheck (basic)

(intensives Clearing und Coaching)

500 Klient*innen

 

Neuerung seit Juni 2019 - Kompetenzcheck (complete): Berufsorientierung und -training, Kompetenzdiagnostik & Potenzialanalyse mit HAMET-Testung und Assessmentverfahren

100 Trainings-Teilnehmende

(seit Juni 2019)

 

Vermittlung zu Behörden, Systempartner*innen, Arbeitgeber*innen

2.400 (erfolgreiche Kontakte - ca. 4 Vermittlungen pro Klient*in)

 

Initiierung eigener Integrationsprojekte

10 (erfolgreiche Umsetzungen)

 


Mehr über die Arbeit des TIK finden Sie hier: https://www.tsd.gv.at/tiroler-integrationskompass.html

 

Sicherheitsrelevante Ereignisse in TSD-Einrichtungen 2019

Aufgrund des Zusammenlebens unterschiedlichster Menschen in unseren Grundversorgungseinrichtungen, deren Fluchthintergrund zumeist auf dem Grundbedürfnis der eigenen Sicherheit bzw. körperlichen Unversehrtheit basiert, kommt der Sicherheit in unseren Grundversorgungeinrichtungen eine spezielle Rolle zuteil.

Wir setzen uns für ein gutes Miteinander aller Menschen ein, die in Tirol leben. Deshalb spielt Sicherheit in unserer täglichen Arbeit eine wichtige Rolle: Sicherheit für Klient*innen und Mitarbeiter*innen unserer Einrichtungen. Wir sind in dauerndem und routinemäßigem Austausch mit den zuständigen Behörden.

Hier ein Überblick über sicherheitsrelevante Ereignisse in TSD-Einrichtungen 2019, soweit sie durch Protokolle der TSD-Security erfasst wurden.

  • Hausverbote: 115 Ereignisse

Hausverbote werden von der Einrichtungsleitung ausgesprochen, wenn zB Besucher*innen die Hausordnung nicht einhalten.

  • Feuerwehr: 24 Ereignisse

Die Feuerwehr wird gerufen, wenn zB ein Rauchmelder anspringt.

  • Unterbringungen / UMF: 64 Ereignisse

Hier ist die Unterbringung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge (UMF) und anderer asylsuchender Personen erfasst.

 

Das Sicherheitspaket der TSD und die aktuelle Herausforderungen werden regelmäßig mit der Polizei und der MÜG (Mobile Überwachungsgruppe, Anm.) besprochen und gegebenenfalls adaptiert. Grundsätzlich wird die Lage in den Unterkünften der TSD von der Polizei als sehr ruhig eingestuft.

 

Polizei

 

  • Einsätze: 79 Ereignisse

Hier sind Ereignisse erfasst wie: Unterstützung der TSD-Security beim Verweis von Besucher*innen oder fremden Personen, die sich nicht an die Hausordnung halten; Polizeieinsätze bei Auseinandersetzungen zwischen Bewohner*innen und Besucher*innen; Unterstützung der TSD-Security bei der Einhaltung der Hausordnung (zB Alkoholkonsum)

  • Briefzustellungen: 25 Ereignisse
  • Unterbringungen: 36 Ereignisse

Hier sind Ereignisse erfasst, bei denen die Polizei Asylsuchende, die sie aufgegriffen hat, in eine Einrichtung der TSD überstellt.

  • Kontaktaufnahmen: 118 Ereignisse

Die Polizei nimmt mit TSD-Mitarbeiter*innen Kontakt auf, weil sie auf der Suche nach Personen ist oder Fragen zu Personen hat.

  • Streitigkeiten: 42 Ereignisse

Hier sind Streitigkeiten zwischen Bewohner*innen und/oder Besucher*innen erfasst, die von der TSD-Security protokolliert wurden.

  • Rettung: 90 Ereignisse

Die Rettung wird gerufen (durch Bewohner*innen oder TSD-Security), wenn ein medizinischer Notfall vorliegt oder der Verdacht auf einen medizinischen Notfall besteht.

  • Grenzüberschreitendes Verhalten gegen Security: 50 Ereignisse

Unter diesem Punkt wird grenzüberschreitendes Verhalten von Besucher*innen und Bewohner*innen gegen die TSD-Security erfasst (zB verbale Aggression im Rahmen einer Streitschlichtung).

  • Unangemeldete Besucher*innen nach 22 Uhr: 141 Ereignisse

Darunter sind Personen zu verstehen, die nicht in der Einrichtung gemeldet sind und vom Gelände verwiesen werden.

  • Weitere sicherheitsrelevante Ereignisse

Die Mitarbeiter*innen der TSD-Security sind rund um die Uhr im Einsatz. Ihr Aufgabengebiet umfasst auch den Einsatz bei technischen Problemen (etwa im Fall einer defekten Heizung oder Wasserversorgung) oder um die Einhaltung der Nachtruhe für alle Bewohner*innen sicherzustellen. Die TSD-Security trägt mit ihrer Arbeit auch zur Erhöhung des Sicherheitsgefühls bei den Bewohner*innen der TSD-Einrichtungen bei.

 

Die Landespolizeidirektion Tirol (LPD) bestätigt „die Zusammenarbeit auf vielen Ebenen sowie die Plausibilität der Erfassung“, weist aber darauf hin, dass die „Erfassungsroutinen“ von LPD und TSD „nicht deckungsgleich“ sind.

 

Übersicht von Leistungsbezieher*innen in der Grundversorgung in Tirol gesamt

Über uns

In zahlreichen Tiroler Gemeinden befinden sich Unterkünfte für geflüchtete Menschen. Für die Betreuung ist die Tiroler Soziale Dienste GmbH (TSD) zuständig. Die engagierten Mitarbeiter*innen helfen diesen Menschen vor Ort, sich in Tirol einzuleben. Des Weiteren betreibt die TSD drei Notschlafstellen und einen geschützten Raum für suchtkranke Menschen.

Parteienverkehr

Unser Parteienverkehr findet jeden Donnerstag zwischen 14:00 und 16:00 in der Trientlgasse 2, 6020 Innsbruck statt.

Bei dringenden Angelegenheiten melden Sie sich bitte unter:

 

+43 699 16 340 451

Kontakt

Tiroler Soziale Dienste GmbH
Sterzinger Straße 1
6020 Innsbruck

+43 512 21440

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